Rückenschmerzen aus Sicht von Forschung und Wissenschaft

Teil 2

Bettruhe und andere Mythen

Heute werde ich verbreitete Mythen über die Art und Weise wie mit Rückenschmerzen umzugehen ist, diskutieren.

Die folgenden Irrglauben aus deinem Kopf zu verbannen, kann einen gewaltig positiven Einfluss auf den Verlauf nehmen!

Mythos 1: Bettruhe 🛌– Manche Ärzte sagen Patienten immer wieder sie sollen Bettruhe halten wenn sie Rückenschmerzen haben… Deine Wirbelsäule nicht zu bewegen, ist einer der schlechtesten Dinge die du tun kannst. Die Wirbelsäule liebt Bewegung und wird am besten darauf reagieren wenn du weiterhin aktiv bleibst und ihre Position häufig änderst.[PLoS One. 2017 Jun 22;12(6):e0178621. doi: 10.1371/journal.pone.0178621. eCollection 2017.]

Mythos 2 – Sportliche Aktivitäten vermeinden 🏃🏼‍♂️ – Ein Vermeidungsverhalten ist nicht hilfreich und kann sogar zu chronischen Schmerzzuständen führen [Bunzli S, et al. J Orthop Sports Phys Ther. 2017.]. Anstatt mit deinem Sport oder anderen Aktivitäten komplett zu pausieren, bietet es sich an einfach nur die Intensität zu reduzieren und dein Training entsprechend anzupassen (z.B. weniger Gewicht) um dann wieder progressiv Stück für Stück zu erhöhen, sobald du merkst es geht dir immer besser. Ein allgemeines Übungsprogramm kann Schmerzen reduzieren. [Journal of Clinical Exercise Physiology, Vol. 7, No. 4, 2018]
Hab bitte keine Angst vor vermeintlich „Falschen Bewegungen oder Übungen“ – falls du dir darüber noch im Unklaren bist schau dir noch mal meinen Beitrag „Belastbarkeit der Wirbelsäule – Teil 2“ an.

Mythos 3 – MRT‘s ☢️ – Bildgebende Untersuchungen wie MRT’s oder Röntgenbilder sind nicht notwendig bevor man noch keine Physiotherapie hatte. Zu frühzeitige MRT‘s können durch psychische Mechanismen sogar einen verstärkenden Effekt auf Schmerzen haben und die Behinderung im Alltag dadurch sogar vergrößern. Darüber hinaus entstehen immens hohe medizinische Kosten [J Occup Environ Med. 2010 Sep;52(9):900-7. doi: 10.1097/JOM.0b013e3181ef7e53.].
Denk an die Studie von meinem vorherigen Beitrag, in der VÖLLIG BESCHWERDEFREIE Menschen unters MRT geschoben wurden und frage dich selbst, in wie fern das Diagnostizieren von Veränderungen wie Bandscheibenvorwölbungen im Verhältnis von Kosten und nutzen steht.

In Teil 3 dieser Serie werde ich dir zeigen was „Nocebos“, „GIMs“ und SIMs sind und wie diese erheblichen Einfluss auf deine Rückenschmerzen nehmen können.

Bis dahin – beweg dich 🏃🏼‍♂️😊

Robin Nürnberg, Physiotherapeut/ Lifestyle-Coach